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Farbmanagement ist eine Basistechnologie

Farbmanagement ist längst zur unersetzbaren Basis für die Aufbereitung von Druckdaten geworden. Jeder von uns setzt es täglich ein. Wenn ein Digitalfoto in Adobe Photoshop nach CMYK gewandelt wird, dann ist dahinter – Farbmanagement. Wenn Sie am Monitor Bilder für den Druck beurteilen, dann ist das Farbmanagement. Uns allen sind diese Abläufe vertraut, trotzdem ist Farbmanagement für viele noch immer ein Fremdwort.

"Farbmanagement ist immer an"
Für die Arbeit mit QuarkXPress wurde jahrelang empfohlen, das Farbmanagement auszuschalten. Die Wahrheit ist, dass es auch in QuarkXPress 7 möglich ist, problemlos zu produzieren – mit aktiviertem Farbmanagement. Eine klare Formulierung der eigenen Ziele und Arbeitsweisen ist dazu Voraussetzung. Nur so wird offensichtlich, wie Farbmanagement die Prozesse befördert. Das Grundkonzept von Farbmanagement:

Der farbliche Fingerabdruck
Was ist es wert, zu sagen, ein Farbfeld entspräche 100% Magenta? Derselbe CMYK-Farbwert sieht im Zeitungsdruck völlig anders aus als im gestrichenen Bogenoffset! Erst über sog. Farbprofile, einer Art "Fingerabdruck" der jeweiligen Ausgabebedingung, wird das tatsächliche Aussehen beschrieben. Wird etwa ein Digitalfoto für den Zeitungsdruck aufbereitet, passiert dies auf Basis der farblichen Fingerabdrücke aller im Produktionsprozess zum Tragen kommenden Geräte.
Die Zuordnung dieser Fingerabdrücke und die Weiterreichung von deren Bedeutung für die Ausgabe sind die Aufgaben von Farbmanagement. Und nichts anderes macht auch QuarkXPress 7.

"Wie habe ich bisher immer gearbeitet?"
Nur wenn man klare Beschreibungen der bisherigen Abläufe vor Augen hat, kann man daraus auch passende Einstellungen in QuarkXPress 7 ableiten. Startpunkt für diese Überlegungen ist dabei:

Der Ort der CMYK-Konvertierung
Die meisten Layouts, die in QuarkXPress erstellt werden, sollen irgendwie gedruckt werden. Dazu ist es notwendig, die Daten in optimierte CMYK-Farben umzuwandeln. Wann diese Konvertierung stattfindet, ist Kernpunkt der Konfiguration in QuarkXPress 7.
Ein "sicherer CMYK-Workflow" war der Standard in früheren Versionen von QuarkXPress. Dabei nimmt das Layoutprogramm eine passive Rolle ein. Die bereits druckoptimierten CMYK-Seitenelemente werden nur noch 1:1, ohne Eingriff an die Ausgabe durchgereicht.
Aber auch Abläufe, in denen QuarkXPress 7 die RGB-Daten selbst nach CMYK konvertiert, sind jetzt problemlos umzusetzen.

"Wie gebe ich also aus?"
Farbmanagement funktioniert im Grunde nach einem einfachen Prinzip: Woher komme ich, wohin will ich und wie komme ich dahin? Das Wohin ist die Entscheidung für den CMYK-Konvertierungs-Ort und lässt sich als Setting unter Bearbeiten -> Farbeinstellungen -> Ausgabe... definieren. Es ist wichtig zu wissen, dass in den bereits mitgelieferten Settings Profile von Quark hinterlegt sind. Diese sog. generischen Profile passen aber in den wenigsten Fällen, vor allem nicht in Europa, zur tatsächlichen konkreten Ausgabebedingung. Daher müssen neue, passende Settings erstellt werden.

"Welche Profile soll ich verwenden?"
Denn die Auswahl der Farbprofile und Wiedergabeziele ("wie") in QuarkXPress 7 entscheidet darüber, wie gut das Programm in den kompletten Farbmanagement-Ablauf eingebunden ist. In den meisten Fällen ist Adobe Photoshop hierbei das Maß der Dinge. Insgesamt sollte man sich an gängigen Industriestandards orientieren.

Die Qual der Wahl beim Ausgabemodus...
In heutigen PDF-Abläufen sind eigentlich nur noch Composite-Ausgaben bedeutsam. Die Modelle RGB und Grau wandeln alle Seitenobjekte bei der Ausgabe bzw. Monitordarstellung in RGB oder Graustufen um. Im Gegensatz zu früher ist DeviceN in QuarkXPress 7 nicht mehr für bestimmte Ausgaben erforderlich. Relevant für Workflows in der Druckvorstufe sind daher nur noch die Wahlmöglichkeiten CMYK und Unverändert.

QuarkXPress 7 konvertiert
Im Modus CMYK greift QuarkXPress 7 aktiv ein: Wird also ein RGB-Bild im Layout platziert, wandelt es QuarkXPress 7 bei der Ausgabe selbständig in CMYK um. Dies passiert auf Basis der hinterlegten Farbprofile. Wenn Sie also möchten, das dass Layoutprogramm selbst einen Teil der Umwandlungen nach CMYK durchführt, sollte ein CMYK-basierter Ausgabemodus zum Einsatz kommen.

QuarkXPress 7 konvertiert nicht
In vielen Fällen kann es jedoch sein, dass gerade das nicht beabsichtigt ist. Ihre Wahl ist dann Unverändert mit deaktivierter Option Geräteunabhängige Farbe verwenden. QuarkXPress 7 gibt so RGB-Bilder ohne Konvertierung als RGB aus! In Kombination mit einer Überprüfung auf PDF/X-1a oder PDF/X-3 beim PDF-Export kann somit wirkungsvoll erreicht werden, dass Farbmodusänderungen an keinem anderen Ort stattfinden als in Adobe Photoshop.

Der Layoutaufbau lässt sich kontrollieren
Über Quarks neue Job Jackets Technologie lässt sich dies weiter aufbohren: Vor der Ausgabe ist prüfbar, ob irgendwelche RGB-Elemente in Verwendung sind. Ist dies nicht gewünscht, warnt das Programm den Anwender automatisch, wenn solche Elemente vorhanden sind.

"Was mache ich mit den Ausgabesettings?"
Ist das Ausgabesetting soweit erstellt, muss dieses an zwei Stellen eingebunden werden: Erstens unter QuarkXPress -> Vorgaben -> Standard-Drucklayout -> Farbmanager (MAC) als Proof-Ausgabe. Dadurch wird die Darstellung der Layout-Farben am Monitor farbverbindlich! Zweitens bei jeder Druckausgabe bzw. beim PDF-Export im Feld Farbe. Ist hier nicht das neue Ausgabesetting gewählt, waren alle vorherigen Bemühungen umsonst!

Das "Woher" und "Wie"
Nachdem mit dem "Wohin" das Ziel und somit auch der Ablauf als solches festgelegt wurde fehlen noch ein paar Einstellungen, um das Prinzip zu vervollständigen: Bearbeiten -> Farbeinstellungen -> Quellen...

"Kann jede Farbe gedruckt werden?"
Wenn es um die Konvertierung von Farben geht, sind die sog. Wiedergabeziele wichtig. In einem RGB-Bild kann z.B. ein intensives Blau vorhanden sein, das so im späteren Druck nicht wiedergegeben werden kann. Es gibt nun verschiedene Strategien, um die Farbe in den kleineren Druck-Farbraum zu überführen – relevant sind dafür in der täglichen Praxis perzeptiv oder relativ farbmetrisch.

Die Rolle der Quellenprofile
Nach den Farbmanagement-Grundregeln muss jede Farbe immer eindeutig charakterisiert sein. Für die Farben im QuarkXPress-Layout (Bearbeiten -> Farben...) erledigt dies das Normalfarben-Profil. Bilder charakterisieren sich in der Regel über ein in der Bilddatei eingebundenes Farbprofil selbst. Ist keines eingebunden, greift das hier einstellbare Profil.

"Fertige CMYK-Bilder sollen nicht mehr angefasst werden!"
Daher ist die Einstellung Farbmanagement CMYK-Quellen für CMYK-Zielgeräte immer auszuschalten. Besonders für Hausfarben und fein ausbalancierte Bild-Farben ist es natürlich alles andere als wünschenswert, dass diese noch mal neu nach CMYK konvertiert werden.

Was noch fehlt
Auch die Quelleneinstellungen müssen wieder unter QuarkXPress -> Vorgaben -> Standard-Drucklayout -> Farbmanager (MAC) ausgewählt sein. Als Farbmanagement-Modul sollte die LogoSync mit aktivierter Tiefenkompensierung verwendet werden. Genauso wie Zugriff auf Bildprofile ermöglichen wird auch das Farbmanagement von VektorEPS/PDF am besten ausgeschaltet.

"Keine Angst vor alten Bekannten!"
Nur wenn Sie wissen, was Sie tun, können Sie auch Entscheidungen treffen. Farbmanagement in QuarkXPress 7 bringt neben einer tollen Monitordarstellung auch die Möglichkeit, verschiedene Konvertierungs-Abläufe hochqualitativ umzusetzen. Die Integration von Job Jackets hebt das Thema fehlerfreie Dokumenterstellung auf einen neuen Level.
Das Wichtigste ist aber die Erkenntnis, dass Farbmanagement schon längst Ihr alter Bekannter ist. Lernen Sie ihn kennen!

Georg Obermayr Georg Obermayr ist technischer Leiter der bayrischen Werbeagentur ADVERMA Advertising & Marketing GmbH. Von Beruf Mediendesigner, kümmert er sich im Tagesgeschäft um die Erstellung hochwertiger Druckerzeugnisse. Insbesondere interessieren ihn neue Technologien im Bereich der Druckvorstufe und des Drucks wie PDF/X, Farbmanagement und Job Jackets. Sein Wissen darüber gibt er gern in Vorträgen, Beratungen und Expertenforen weiter. Die hier angeschnittenen Themen diskutiert er auch in seinem bekannten deutschen Weblog www.georgobermayr.de.